Der Weg in die Neuzeit

Mit der Besetzung Napoleons und dem Untergang der alten Eidgenossenschaft vollzog sich nach 1798 ein tief greifender Wandel: Einerseits waren Vorrechte, die sich aus einer Ahnenreihe herleiteten, mit den Gleichheitsidealen der französischen Revolution unvereinbar. Andererseits war die alteingesessene Bürgerschaft der Stadt Willisau darauf angewiesen, ihre alten Wald- und Landallmenden zur eigenen Versorgung behalten zu dürfen. Statt ihr Bürgergut zu verteilen, blieben die Allmenden als sogenanntes Korporationsgut im Besitze der Stadtbürgerschaft.

«Willisauer Putsch - 4. Dez. 1844 Ratsherr Heinrich Troxler fordert Regierungsmiliz und Bauern zum Verlassen der Stadt auf.»
Bild aus der Zeit der Unruhen im Sonderbundskrieg. Der erwähnte Heinrich Troxler amtete von 1846 bis 1848 als Stadtpräsident von Willisau und trat in den unruhigen Jahren zwischen Revolution und Restauration mehrmals als Kämpfer auf liberaler Seite in Erscheinung. Er könnte einer jener noch kaum erforschten Persönlichkeiten sein, die massgeblich an der Erhaltung des korporativen Erbes der Stadtbürger beteiligt gewesen sein mögen.
(Bildquelle: Privatarchiv; Informationen aus: Eugen Meyer-Sidler, Die Korporation Willisau-Stadt und ihre Korporationsgeschlechter, Heimatkunde des Wiggertales, Heft 52, Willisau 1994 )