Am Anfang stand der Landesausbau

Die Entstehung unserer Korporationen geht viele Jahrhunderte zurück ins frühe Mittelalter: In einer  wilden, feindlichen Umgebung kämpften unsere Vorfahren um ihr Überleben. Aufwändige Arbeiten wie das Roden von Wäldern, Entsumpfen von Ländereien und Anlegen von Strassen wurde gemeinschaftlich, «korporativ», ausgeführt. Die beteiligten Familien und Gruppen erhielten demnach auch das Vorrecht, die urbar gemachten Gebiete besitzen und nutzen zu dürfen.

Fiktive Ansicht der Dorfsiedlung
«Willi’s-Au» um 1100:

Auf der Flussaue zwischen Enziwigger und Schlosshang liegen vereinzelte, umzäunte Hofgruppen. Um Kirche und Kirchhof herum reihen sich einige Häuser von Handwerkern an. Die Strasse in der Bildmitte stellt die alte Hochstrasse von Menznau herkommend nach Gettnau dar. Für den Unterhalt der Strasse und die Sicherung der Ufer der Enziwigger waren grosse Anstrengungen notwendig, die sie gemeinschaftlich, also in «korporativer» Zusammenarbeit erledigten.
(Text und Bild nach: Peter Eggenberger, Willisau im Spiegel der Archäologie, Archäologische Schriften Luzern 5.1/2002)